„Der Weg in Richtung Jungbrunnen“

Mir ist des Öfteren aufgefallen, wie unterschiedlich gleich alte Personen doch aussehen können! Während der eine nur noch ein Schatten seiner selbst ist, strotzt der andere nur so voller jugendlichem Schwung. Haben solche beneidenswerte Geschöpfe vielleicht einen Jungbrunnen entdeckt, zudem nur bevorzugte Menschen einen Zugang haben? Oder liegt es nur an den ausgezeichneten Genen dieser Glücklichen? Forscher wissen heute: Gute Gene ebnen den Weg in Richtung Jungbrunnen. Doch der Lebensstil entscheidet, ob Sie ihn erreichen oder nicht.

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Die Idee vom Jungbrunnen, der den innigen Menschheitstraum verwirklicht, jung zu bleiben, während man älter wird, geisterte schon im Mittelalter in den Köpfen von Medizinern, Alchimisten, Philosophen und Dichtern. Auch in der Kunstmalerei wurde das Thema Jungbrunnen manifestiert. Gemälde aus dem 16. Jahrhundert zeigen ältere Weiblein, die in ein Bad steigen, aus dem sie auf der anderen Seite als knackige Jungfrauen wieder auftauchen. Ein Bild, das sich in erschreckender Weise von der heutigen „Obsession Jungbrunnen“, mit der sich Menschen heutzutage kasteien, quälen und sich unter Fettabsauger, Messer und Schleifmaschinen legen, bei weitem entfernt hat. Aber nicht nur die Damen, sondern auch die Herren der Schöpfung hatten schon damals große Probleme mit dem Altern. Sonst hätte in Goethes Faust, der Faust dem Mephisto nicht seine Seele versprochen, um wieder jung zu werden und das alte Feuer in seinen Adern (oder wo sonst auch immer) zu verspüren.

Auch Ponce de Leon, ein spanischer Held und Seefahrer, der mit Kolumbus gesegelt ist, war auf der Suche nach der Quelle der Jugend und des ewigen Lebens, von deren Existenz ihm ein Indianer berichtet hat. Nach langer Irrfahrt stieß Leon im Jahre 1513 auf ein bislang unentdecktes Land, dem er zu Ehren seines Königs den Namen Florida gab. Aber die Wunderquelle, nach der Leon gesucht hatte, ist Florida deswegen noch lange nicht. Der Jungbrunnen ist nach neuesten Erkenntnissen nicht in einem Land zu finden, sondern in jedem von uns selbst.

Heute ist die Jungbrunnenlegende aktueller denn je. Denn es gibt spannende Forschungsergebnisse von Experten, die sich Altersforscher und Vitalärzte nennen. Mal sprechen sie von einem Gen, das unsere Zellen vitalisiert, mal von einem Enzym, was uns jünger macht. Obwohl die Forscher einräumen, dass derzeit noch zahllose Hindernisse entstehen können, meinen einige, dass die Wissenschaft Mängel korrigieren könne, die über Jahrtausende angewachsen sind. Ebenfalls besteht der Glaube, dass die Gabe solcher Substanzen schon in jungen Jahren Verschleißerscheinungen vorbeugen sowie das Leben verlängern und verbessern kann.

Aber was treibt die menschliche Sehnsucht nach längerer Jugend an, an deren Erfüllung diese Wissenschaftler so fieberhaft arbeiten und warum gibt es im Herzen der Menschen „unsterbliche Sehnsüchte“, wie William Shakespeare es ausdrückte? Einige von uns würden wahrscheinlich sagen, der Grund liegt in der Angst vor dem Tod, dem Wunsch nach besseren Chancen oder einfach danach, Enkel und Urenkel sehen zu können. Trotz dieser Wünsche ist die Verlängerung der Jugend und des Lebens durch den „modernen Jungbrunnen“ – mit Vitalpillen, Transplantation und Reparatur – kein erstrebenswertes Ziel der meisten Menschen.

Fazit: Wenn wir uns nach der Ernährungspyramide ernähren, ohne Probleme unser Wunschgewicht halten, ein dosiertes Bewegungstraining regelmäßig betreiben, morgens quicklebendig aus dem Bett springen und den Tag voller Energie beginnen, wenig Genussmittel zu uns nehmen, einer befriedigen Tätigkeit nachgehen und eine inspirierende Beziehung pflegen… dann produziert unser Körper die Bausteine für den Jungbrunnen, der uns bis ins hohe Alter jung und fit hält.

Rolf Burmester

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